Beim Produzieren eines Beitrages fiel mir vor einiger Zeit auf, dass der Mix in Audition noch ganz ok klang, der exportierte Mix aber deutlich schlechter. Eher grottig, die Stimme klang verwaschen und undefiniert. Verglichen mit dem Original. Am Mikro konnte es nicht liegen, der Export lief mit 192 kBit/s. Sollte also alles im grünen Bereich sein, war es aber nicht.

Wenn man im Nachhinein darüber nachdenkt, wird klar, was da passierte. Eine Fußangel bei der Verwendung des MP3-Formates, die ich intuitiv musste, aber nicht bedachte.


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Mit O-Tönen kann man auch kleine Beiträge oder Podcasts prima aufpeppen. Doch woher nehmen, wenn nicht selbst aufgenommen? Ein gute Quelle dafür ist YouTube. Von Musik über Politik bis hin zum Zeitgeschehen findet man reichlich Beiträge, Sendungen aller Kanäle bis hin zu Ausschnitten von Filmen. Ein kleines Tools hilft dabei enorm: der 4KVideoDownloader. Damit kann man nicht nur Videos von YouTube herunter landen, sondern auch gleich nur das Audio extrahieren. YT-URL kopieren, den Link einfügen und “Extract Audio” wählen, die MP3-Datei entsprechend ablegen. Die Limitierungen in der freien Version sind für gelegentliche O-Töne eigentlich kein Problem. Wer zieht sich schon mehr als 20 O-Töne pro Tag.

Bitte beachten, das nach der letzten Novellierung des Urheberrechtsgesetzes (UrhG) nur noch Ausschnitte bis zu 15 Sekunden ohne Rechtsverletzung verwendet werden dürfen!

Leider sind die Lautheiten der Quellen sehr unterschiedlich. Ein hilfreiches Tool, wenn man nicht Adobe Audition mit Onboard-Tools verwendet, ist das Youlean-Loudness-VST-Plugin. So klappt das auch mit den O-Tönen.

Aufnahmen nach dem maximalen Pegel auszusteuern, ist nur ein Teil der Wahrheit. In Wirklichkeit ist die Lautheit das Maß aller Dinge. Hier ein guter Artikel, der Lautheit erklärt und wie man es in der Praxis anwendet.

https://www.nrwision.de/mitmachen/wissen/lufs-lautheit-pegeln

Das gilt für Produktionen, die gezielt für Radio und Fernsehen gemacht werden. Geht es jedoch um Podcast oder andere Aufnahmen, die nicht über Sendeprozessoren gehen, gelten andere Regeln. In Audition ist bei der Wahl von EBU R128 als Normierungziel -23 LUFS fest eingestellt. Um andere Werte zu wählen, muss auf ITU umgestellt werden.


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Bisher kannte ich die Möglichkeit, die Lautheit (nicht den Pegel) einer Spur festzulegen, nur aus Adobe Audition. Doch hier hat Audacity nachgezogen. Seit kurzer Zeit hat Audacity unter den Effekten die Funktion zum Anpassen der Lautheit. Die Anwendung ist relativ einfach. Man wählt das Sample, das angepasst werden soll, einfach aus, ruft die Anpassung auf und gibt vor, welche Lautheit die Anpassung einstellen soll. Wie alle anderen Effekte in Audacity – im Gegensatz zu Audition – kann es Effekte nur als Bearbeitungsfunktion, nicht als dynamische Funktion handhaben. Bei der Lautheit unterscheiden sich da Audacity und Audition nicht.

Allerdings muss man darauf achten, dass als Normalisierung die wahrgenommene Lautheit gewählt wird, was die Grundeinstellung ist. Zwar erlaubt Audacity nicht den Bezug zu den IBU-Rundfunknormen wie Audition, für den Hausgebrauch reicht es schon. Empfehlen würde ich für Podcasts die gute alte -16 LUFS-Vorgabe von Apple, die -14 LUFS bei Amazon halte ich für zu laut. Wenn man regelmäßig Jingles verwendet, sollte man diese einmal so normieren und danach erneut abspeichern. Verkürzt den Workflow gerade bei großen Sample erheblich.

Nicht zum automatischen Anpassen, aber zum Ausmessen der Lautheit bietet sich das Youlead Loudness Meter an.

Ein Kritikpunkt an Audacity, im Vergleich zu anderen Programmen wie Adobe Audition oder Steinberg Cubase, ist der, dass die mitgelieferten Effekte leider nur statische sind. Man kann einen Effekt an einer Spur nur nutzen, wenn man das Sample auswählt und den Effekt anwendet. War es nicht der gewünschte Effektpegel oder die angezielte Wirkung, muss man mit STRG-Z zurück, andere Parameter für den Effekt einstellen und wieder anwenden. Diese Anwendung der Effekte liegt an der Art, wie Audacity entwickelt wurde, nämlich für gleich mehrere Betriebssysteme. Linux, Windows und weitere. Und die handhaben dynamische Effekte jeweils sehr unterschiedlich. So genannte dynamische Effekte, bei denen man im laufenden Betrieb Effektparameter ändern kann und gleichzeitig mithören, muss man nachträglich einbringen. Dieses geht mit den VST-Plugins, Software-Module, deren Schnittstelle die Firma Steinberg schon vor langer Zeit definiert hat. Ein weiterer Vorteil dieser Plugins ist der, dass man zum Beispiel Compressoren oder Equalizer nach dem Anwendungsziel aussucht. Weil ein Compressor für ein Schlagzeug anders verwendet wird als für Sprache oder Gesang. Seltsamerweise haben sich unzählige Hersteller an diese Schnittstelle für Plugins gehalten, weshalb sie heute ein Quasistandard ist. Doch ist die Nutzung der VST-Plugins in Audacity nicht ganz trivial. In Cubase oder Audition geht das einfacher. Aber es ist auch keine Raketenwissenschaft.


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Winterabende bieten sich gerne für Basteleien an. Deshalb habe ich noch einmal einige meiner Mikrofone versammelt, um ihre unterschiedlichen Sounds und Raumqualitäten zu vergleichen. Aufgenommen habe ich natürlich die Rohdaten, danach wurden sie mit iZotope Nektar 4 Elements in Adobe Audition noch mit künstlicher Intelligenz bearbeitet. Bei den dynamischen Mikros kam vor dem Interface noch ein FEThead zum Einsatz, um 20 dB mehr Ausgangspannung zu holen.


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So fing es an

Am 1. Januar 2013, direkt nach meiner journalistischen Ausbildung, kam ich irgendwie zum Radio. Meine erste Aufgabe war eine Serie von Beiträgen über Progressive Rock und Jazz Rock. Dauer zwei Stunden. In trügerischer Sicherheit machte ich mir Stichwortlisten und moderierte frei. Nun sind diese beiden Musikstile nicht gerade unterkomplex, dazu ging es nicht nur um historische Angaben, sondern auch um Musiktheorie und Stilistik. Die Ergebnisse waren wenig optimal. Details und komplizierte Zusammenhänge kamen zu kurz, ich verhaspelte mich oft, kam ins Straucheln oder ins Ungefähre. Ich ging dann den sicheren Weg, wie ich heute weiß, wie fast jeder in solchen Themen. Schrieb die Texte vor, las sie ab, mischte Text, Musik, Opener und Jingles, fertig war der erste fehlerfreie Beitrag. Es folgten weitere, heute produziere ich Beiträge für Musik-  und Zeitgeschichte, eine beschwerliche Lernkurve liegt hinter mir.


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Vor schon längerer Zeit hatte ich mich mit dem Thema »Schreiben fürs Sprechen« beschäftigt. Nach reichlichem Quellenstudium, zahllosen Beiträgen im Netz und mit so einigen Büchern. Während man in dem Fall, dass man seine Texte für einen Beitrag selbst schreibt, die Sache noch weitgehend in der Hand hat, sieht die Sache ganz anders aus, wenn man fremde Texte einsprechen soll. Die sind nämlich in fast allen Fällen eben nicht fürs Sprechen gedacht. Es ist dann nicht die Ausnahme, dass solche Texte kaum ordentlich zu sprechen sind. Weil sie eben als Pressemeldungen oder sonstige Zwecke verfasst wurden. Wie nun an diese Herausforderungen heran gehen? Damit bin ich nun seit einiger Zeit konfrontiert, allmählich schält sich jedoch auch für diese Fälle eine Art Workflow heraus.


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Es war mir schon mal aufgefallen, ich hatte es jedoch ignoriert: Aufnahmen von Moderationen waren irgendwie schief, die Signale oberhalb der Nulllinie waren deutlich schwächer als die unterhalb. Ich schob das auf die Elektronik und ließ es gut sein, denn akustisch war ja alles in Ordnung. Bis ich eine neue Runde einlegte, den eingesprochenen Text für die Aussendung möglichst gut einzupegeln und Spitzen durch Schmatzer, Klicker oder Atmer zu nivellieren. Das geht ganz gut mit dem Hard Limiter in Adobe Audition, werde ich noch einmal separat beschreiben. Der Limiter brachte aber nur teilweise Besserung, denn ihm war es ja egal, ob die Signale positiv oder negativ waren. Das Ergebnis war ein schön nivelliertes Signal im positiven Bereich, aber der negative sah aus wie mit der Schere abrasiert. Was tun? Und warum ist das Signal so schräg? Wenn man es weiß, ist es plausibel.


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